Der Jost-Mocker-Apothekergarten wurde in den Jahren 2009 – 2010 auf dem ca. 2.000 m² großen Areal an der Stadtmauer angelegt. Ermöglicht wurde das Projekt durch die Freinsheimer Apothekerin Gertraude Mocker (*1925 † 2009), die kurz vor ihrem Tod das Grundstück der Stadt Freinsheim schenkte. Mit der Schenkung des Grundstücks war die Auflage verbunden, hier einen der Öffentlichkeit zugänglichen Apothekergarten zu realisieren.

Das Anpflanzen von Heilkräutern und Arzneipflanzen auf einem kleinen Teil des heutigen Grundstücks hatte bereits Tradition. Bei dem 1831 errichteten Gebäude – heute Herrenstraße 12 – am Eisentor handelte es sich um das ehemalige Haus eines Apothekers, bei dem sich laut Grundsteuerkataster von 1836/37 auch ein „Laboratorium“ befand. Der rückwärtige Hof des Anwesens öffnete sich zum Zwinger hin und hatte vermutlich auch einen Ausgang in Richtung eines kleinen Gartens im ehemaligen Wallgraben (Teilfläche des heutigen Gartens). Auch die Großeltern von Frau Mocker hatten hier einen kleinen Garten mit Heilpflanzen.

Der Entwurf für den heutigen Apothekergarten stammt von dem Garten-und Landschaftsarchitekt Bernd Mathes Deidesheim / Ludwigshafen ( 2013).

Im Eingangsbereich des Gartens begrüßt der Garten seine Besucher mit Duftbeeten. An die Duftbeete schließen sich 26 Heil – und Kräuterbeete mit jeweils unterschiedlichen Gesundheitsthemen. Innerhalb des Gartens begegnet man verschiedenen thematisch im Zusammenhang stehenden Kunstobjekten, die über die Jahre immer wieder ergänzt wurden.

In der Sichtachse des Weges steht die Skulptur der Göttin Hygia mit einem Äskulapstab (xx) des Bildhauers Mathias Nikolaus, Bad Dürkheim. 2017 kamen zwei Bronzeabgüsse von Skulpturen des Freinsheimer Malers und Bildhauers Franz Lind (*1900 1967) hinzu, „Die Gärtnerin“ und „Die Kräuterpflückerin“. 2021 wurde im Eingangsbereich zum Garten in Erinnerung an Gertraude Mocker die Bronzefigur “ Die Apothekerin“, ebenfalls von Bildhauer Mathias Nikolaus aufgestellt.