Im Rahmen des Ausstellungsprojektes ist im nur rund 8 qm großen Innenraum des barocken Gartenhauses Lind im Barockgarten Dr. Kausch eine digitale Ausstellung auf einem Medientisch entstanden. Sie widmet sich der Geschichte der Freinsheimer Gärten, der Gartenkultur sowie den Gartenhäusern der Stadt. Der Ausstellungstitel geht auf ein Zitat des Freinsheimer Bürgers Hermann Sinsheimer (1883–1950) zurück, der als Jude während der Zeit des Nationalsozialismus seine Heimat verlassen musste.

Im benachbarten Jost-Mocker-Apothekergarten wurde in Ergänzung zur digitalen Ausstellung ein begehbares Ausstellungsstück aufgebaut: die Rekonstruktion eines weiteren Gartenhauses. Anders als beim repräsentativen barocken Gartenhaus Lind, das originalgetreu ab- und wiederaufgebaut wurde, handelt es sich hier um ein schlichtes „Anlehngartenhaus“ in Holzbauweise mit ziegelgedecktem Pultdach. Dieser Haustyp war besonders entlang der südlichen Stadtmauer in den Nutz- und Versorgungsgärten des ehemaligen Wallgrabens verbreitet. Er diente nicht der gesellschaftlichen Repräsentation oder dem Aufenthalt, sondern vor allem der Aufbewahrung von Gartengeräten und gelegentlich auch der Pflanzenanzucht.

Eines dieser Gartenhäuser, das auch der Rekonstruktion als Vorlage dient, steht heute noch in einem privaten Garten an der Stadtmauer. Leider ist dieses Häuschen in einem desolaten Zustand und über kurz oder lang dem Verfall preisgegeben. Aus diesem Grund soll eine Rekonstruktion als Ausstellungsobjekt in räumlicher Nähe zum Gartenhaus Lind errichtet und so den Besucher*innen der Ausstellung noch ein weiteres reales und begehbares Gartenhauserlebnis ermöglicht werden.

Dieses Projekt wird im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der EU und des Landes Rheinland-Pfalz, vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, gefördert